Ortserneuerung Faulbach - Breitenbrunn
Ortserneuerung Faulbach - Breitenbrunn

Geschichten - Anektoden

Erzählt von Josef Fleckenstein 21.11.2016

 

Fa. Fleckenstein von 1953 – 1994

Größtenteils wurden große Steinblöcke mit Fahrzeug im Steinbruch Altenbuch geholt.

Arbeit im Steinbruch

-Abraum (Bilder unter Steinbruch) Schrod Schlag wie auf Bild Steinsäge

-Löcher bohren mit Pulver und Zündschnur

Das Auto von Fleckenstein fuhr mit einem Holzvergaser.

Samstags mussten wir Holzvergaserholz hacken.

Buchenholz vom Stamm wurde 10-15cm lang abgesägt, fein gehackt und in Säcke

auf die Ladefläche gestellt. Diente zum Nachschüren.

 

Blasen am Autoreifen

Um die Blasenbildung bei den alten Reifen zu verhindern wurden außen- und innen

Eisenplatten durch die Felgen verschraubt. (Buch Seite 24)

 

Fichtenrinde zum Ledergerben als Zusatzverdienst

Auf dem Nachhauseweg vom Altenbücher Steinbruch wurden wurden im Altenbucher Wald Fichten geschält.

Die Fichtenrinde – 1m Stücke – wurde zusammengerollt und mit dem LKW nach Faulbach mitgenommen. In Faulbach wurde die Fichtenrinde in Bahn-Waggons verladen (Peter Ruppert). Ziel war Rieneck.

Dort wurde die Rinde eingeweicht und als Gerbstoff für Leder verwendet.

 

Baluster für den Dom Mainz

Die Fa. Johann Fleckenstein erstellte Baluster für den Dom von Mainz. Die Bearbeitung erfolgte im Sandbett damit schon erstellte Flächen nicht beschädigt wurden.

Schmied der Fa. Johann Fleckenstein war Eugen Bischof.

 

Gebloed am Montag

In den Steinmetzbetrieben wurde am Montagnachmittag ab 14 Uhr gebloed – heißt gefeiert mit Fassbier und Vesper.

Einmal wurde bei Johann Fleckenstein in der Halle gebloed. Leo Herberich, Ludwig Weiner, Josef Fleckenstein, Helmut Wolf. Einer hatte dermaßen über den Durst getrunken dass er nicht mehr stehen konnte. Die Kollegen haben für ihn ein Kreuz gebaut und sich entsprechend fotographieren lassen.

 

„Lagerung“ = Steinschichtung

Die Steinhauer / Steinmetze haben wenn immer es ging mit der Lagerung gearbeitet.

„Schwob“ sagte man zu einem der gegen „Lager“ gearbeitet hat.

 

„Wasserbauschotten“ zur Uferbefestigung

„Wasserbauschotten“ ca. 30kg schwer zur Uferbefestigung wurden aus dem Altenbucher Steinbruch von Johann Fleckenstein an die „Faulbacher Ausladung“ gebracht. Dort wurden die Sandsteine über Bohlen und „Aufbankwagen“ (massive Holzräder mit Eisenbeschlag) auf Schuten (Schiffe) verladen. Einmal sind 3 Männer (Josef Fleckenstein, Dominik Birkholz, Hans Fleckenstein und Franz Dümig genannt  Totengräber) bei dieser Arbeit mit einer Fuhre komplett in den Main gestürzt.

 

Langbohrer und Schulterblatt

Zum Spalten der Sandsteinblöcke wurden 3-4cm dicke Stahlbohrer mit unterschiedlichen Längen verwendet. Mit einem kurzen Stahlbohrer wurde begonnen. Nach und nach wurden die nächst längeren genommen. Dabei haben abwechselnd 2 Mann mit dem Vorschlaghammer – kein starrer Stiel um den Zug zu erhöhen – geschlagen, ein 3 Mann hat den Bohrer eine Stück weiterghedreht eh der nächste Schölag erfolgte. Ab und zu wurde etwas Wasser in das Bohrloch geschüttet. Dieses wurde oben um den Bohrer herum mit einem Tuch abgedeckt damit das Wasser nicht so spritze. Aus dem Bohrloch wurde über eine dünne Stange an der am Ende ein Kaffeelöffel befestigt war der Schlamm herausgeholt.

Wenn waagrecht geschlagen wurde hatte der Mann der drehte – speziell bei den langen Bohrern – diese auf der Schulter liegen. Und so kam es, dass Helmut Wolf der den Bohrer auf der Schulter hatte von Dominik Birkholz -dem der Hammer ausrutschte - bei einem der Schläge auf das Schulterblatt geschlagen wurde.

 

Sprengen der Blöcke

Die Sandsteinblöcke wurden oft hemdsärmelig gesprengt. Es wurde Pulver in die Löcher geschüttet und das ganze über eine Zündschnur  zum Explodieren gebracht. Wenn das mal nicht funktionierte hat man nachgeschaut… Es war in jedem Fall sehr gefährlich.

Manchmal wurde das Pulver aus Schießpatronen erschlossen. Anton …. Hat mit den Zähnen die Patrone aufgebissen….

 

Wasser zum Trinken aus der Quelle an der Brasselburg

Wenn es im Sommer recht heiß war holten wir – Lehrzeit Josef Fleckenstein -  mit einer „Holzstütze“ (Krug) Wasser vom fließenden Brünnlein nähe Brasselburg  für den Steinmetzplatz Johann Fleckenstein.

 

Die ReichsBrande waren 3 Brüder.

  • Ferdinand Brand – Geschäftsführer – dessen Frau geb. Fertig hat alle versorgt
  • Heinrich Brand – Schiffsführer
  • Friedrich Brand – Mädchen für alles

 

Geschichte:

Friseur Hartmann hat 1xWoche bei den ReichsBrande alle Mann rasiert.

Jetzt hat er 3-4qm Platten gebraucht und Ferdinand angesprochen. Dieser sagte ja, aber dann musst Du uns bis ans Lebensende rasieren. Hartmann hat abgelehnt.

Kennen Sie auch noch eine interessante Geschichte?

Wir nehmen sie gerne auf!

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